Baden-Württemberg als Vorreiter moderner Mobilität

Baden-Württemberg als Vorreiter moderner Mobilität

Voller Stolz präsentierten die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg am Mittwoch, den 26. April 2017, die neue 20-Euro-Sammlermünze zu Ehren des Erfinders Karl Drais. Bereits vor 200 Jahren legte er mit der Entwicklung der sogenannten Laufmaschine als Urmodell des heutigen Fahrrads den Grundstein für die individuelle Fortbewegung. Mit ihm als geborenem Karlsruher fand erneut ein Entwickler aus Baden-Württemberg besondere Anerkennung in der Münzwelt.

Nachdem 2011 bereits Carl Benz und Gottfried Daimler mit der Gedenkmünze „125 Jahre Automobil“ gewürdigt wurden, kam diese Ehre nun auch Karl Drais zu: Die nach ihm benannte Draisine als erstes zweirädriges Fahrzeug wurde in Form der Silbermünze „Laufmaschine von Karl Drais 1817“ verewigt.

Mit ihren innovativen Einfällen revolutionierten die genannten badenwürttembergischen Erfinder nicht nur ihre Heimat, sie formten das weltweite Verständnis von Mobilität. Vor allem dem Fahrrad als emissionsfreies und somit umweltfreundliches Fortbewegungsmittel kommt in heutiger Zeit des Klimawandels eine besondere Bedeutung und ungebrochene Beliebtheit zu. Technikhistoriker Prof. Dr. Hans-Erhard Lessing betonte zudem im Rahmen der Anprägung die Bedeutsamkeit des Drais’schen Zweiradprinzips im historischen Kontext. Es sei zu seiner Zeit bahnbrechend gewesen und könne durchaus als Wegbereiter des Automobils angesehen werden.

Prof. Dr. Hans-Erhard Lessing
Münzleiter Dr. Peter Huber, Künstler Friedrich Brenner, Finanzministerin Edith Sitzmann

Die Erstprägung der Gedenkmünze in der Münzstätte Karlsruhe übernahm Finanzministerin Edith Sitzmann. Als begeisterte Radlerin und Besitzerin eines E-Bikes war es ihr ein besonderes Vergnügen, anlässlich des 200-jährigen Fahrrad-Jubiläums an die Prägemaschinen zu treten. Doch nicht nur den spannenden Prozess der Münzprägung konnte die Ministerin hautnah miterleben. Die historische Fahrradgruppe Karlsruhe eröffnete ihr zudem die Möglichkeit, ein realitätsgetreues Modell der Laufmaschine vor Ort zu begutachten. Diese Chance ließ sich Frau Sitzmann nicht entgehen und wagte eine Rundfahrt durch die Räumlichkeiten der Karlsruher Münzstätte.

Auf diese Weise konnte auch Friedrich Brenner, Gestalter des Münzmotivs, erstmals ein historisches Laufrad in natura bewundern. Während seiner Motivausarbeitung lagen ihm lediglich Skizzen eines Laufrads jener Zeit vor, was besondere Vorstellungskraft erforderte. Außerdem galt es, den sogenannten Draisinenreiter in möglichst dynamischer Bewegung abzubilden. Beide Herausforderungen meisterte der erfahrene Münzgestalter mit voller Bravour und konnte die Jury letzten Endes von seinem Motiventwurf überzeugen.

Münzleiter Dr. Peter Huber, Künstler Friedrich Brenner, Finanzministerin Edith Sitzmann, Prof. Dr. Hans-Erhard Lessing
Finanzministerin Edith Sitzmann, Münzleiter Dr. Peter Huber

Auch Münzleiter Dr. Peter Huber fand ausschließlich lobende Worte für Brenners Werk. Besonders die harmonische Gestaltung und präzise Darstellung der einzelnen Motivelemente begeistern ihn. Hinzu komme das auffallende Relief der Münze, das sie zu etwas Außergewöhnlichem mache – Dr. Huber sieht sie durchaus als würdigen Anwärter für eine Auszeichnung.

Gespannt bleibt nun die Reaktion der Münzsammlerinnen und -sammler abzuwarten. Diese müssen sich noch bis zum 13. Juli dieses Jahres gedulden. Dann beginnt die offizielle Ausgabe der 20-Euro-Gedenkmünze „Laufmaschine von Karl Drais 1817“ durch das Bundesministerium der Finanzen. Glaubt man den Experten, wird sie sicher ein Erfolg!

 

 

von Silke Molling